Projekt „Wir gegen Menschenfeindlichkeit“

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus beschäftigte sich unser Berufskolleg in einem klassenübergreifenden Projekt „Wir gegen Menschenfeindlichkeit“ intensiv mit historischen Formen der Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt im Nationalsozialismus – und zogen Verbindungen zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. 

Eine persönliche Geschichte, die bewegt 

Zum Auftakt der Projektwoche berichtete unser Kollege Johannes Maria Schatz den Klassen von der Geschichte seines Großvaters. Dieser litt an Epilepsie und wurde während des NS‑Regimes auf Grundlage des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ 1935 zwangssterilisiert. Später starb er 1945 in einer Heil‑ und Pflegeanstalt als Opfer des sogenannten Hungerkosterlasses. 
Die Erzählung dieser Familiengeschichte berührte viele Schülerinnen und Schüler tief und eröffnete einen emotionalen Zugang zu einem komplexen historischen Thema. 

Biografische Zugänge – Arbeit mit der Erinnerungskiste 

Im Anschluss arbeiteten die Klassen selbstständig mit sogenannten „Erinnerungskisten“, die jeweils eine von vier Biografien aus der NS‑Zeit enthielten – darunter Opfer, Täterinnen sowie Personen aus der historischen Grauzone. 
Die Schüler und Schülerinnen wählten eine Persönlichkeit aus, recherchierten deren Lebensweg und stellten die Ergebnisse vor. Entstanden sind differenzierte Plakate, die zeigen, wie individuell Schicksale im Nationalsozialismus verliefen und wie wichtig es ist, Erinnerung lebendig zu halten. 

Ausstellung  

Alle im Rahmen der Projektwoche entstandenen Plakate wurden im Forum unserer Schule ausgestellt. 
Klassen und Interessierte waren herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen. 

Abschluss: Zeitgeschichte aus Hagen 

Zum Abschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus besuchte uns Herr Pablo Arias Meneses vom Hagener Geschichtsverein. In einem offenen Austausch mit den Schülerinnen und Schülern berichtete er über ausgewählte Hagener Persönlichkeiten, die während der NS‑Zeit aufgrund unterschiedlicher Merkmale ausgegrenzt oder verfolgt wurden. Zudem gab er Einblicke in das Leben der Hagener Täter. Ergänzt wurde Meneses Vortrag durch historische Bildmaterialien. 

Gemeinsam Haltung zeigen 

Mit dieser Projektwoche setzt das Cuno‑Berufskolleg I ein klares Zeichen: Gegen Rassismus, gegen Menschenfeindlichkeit – und für eine offene, vielfältige und respektvolle Schulgemeinschaft. 

de_DE